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tempus non fugit (Eigenproduktion)

lat. für: Zeit flieht nicht

 

Wer hätte vor dem Gesetz noch eine weiße Weste, wenn es den Straftatbestand des Zeitdiebstahls gäbe? „Mit einer Gefängnisstrafe wird bestraft, wer anderen Zeit in der Absicht wegnimmt, diese sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen.“ So stünde es dann im Strafgesetzbuch. 

Zeit ist ein wertvolles Gut und wenn wir ehrlich sind: wer hat nicht schon mal jemandem Zeit gestohlen? Wer einen Freund bei einer Verabredung an der Straßenecke warten lässt, wer unnötig viel Müll verteilt, sodass der Hausmeister länger arbeiten muss, wer an der Kasse zu lange nach Kleingeld sucht, macht sich des Zeitdiebstahls strafbar. Lappalien mag man meinen, doch in unserer Eigenproduktion steht hierauf eine Gefängnisstrafe. Die Insassen des Gefängnisses werden dazu verdonnert, ihre Zeit abzusitzen, im wahrsten Sinne des Wortes, denn ein Programm, welches die Zeit schnell vergehen lässt, sucht man vergebens. Um das Zeitgefühl der Insassen komplett zu eliminieren, stehen alle Uhren auf Mitternacht, nur der ominöse Wärter hat eine funktionierende Taschenuhr. So kommt es, dass die Insassen schnell ein Verlangen danach verspüren, ein Ticken zu hören, den dünnen Sekundenzeiger Schlag für Schlag weiterwandern zu sehen und die Zeit fortschreiten zu spüren. 

Im Innenhof des Zeitgefängnisses, das hermetisch von der Außenwelt abgeriegelt ist, treffen die Insassen aufeinander, was am Anfang noch nach Hofgang aussieht, wird schnell zu einer irren Tour, in der die Insassen Grenzen überschreiten, sodass man sich fragt: ist das überhaupt real?

Zeit ist ein Thema, über das bereits alles gesagt zu sein scheint. Doch gerade das macht es für die Jugendlichen der Theatergruppe no.name so spannend: Jeder hat mit der Zeit seine eigene Geschichte erlebt. Und in einem Gefängnis, in dem die Uhren stillstehen, gibt es paradoxerweise genug Zeit, sich diese zu erzählen und hin und wieder einmal einfach auszuticken. Wenn nur dieser Wächter nicht wäre… 

 

Darsteller: Iclal Alduman, Jan Kalvelage,  Cynthia Mroczynski, Emily Rötzsch, Tessa Scholl, Lina de Vries, Victoria Wiederholz, Alina Zagorica

Technik: Tobias Haustein, Tim Schikora

Mitarbeit/ Hospitanz: Johannes Baum

Spielleitungsassistenz: Marie Kalvelage

Spielleitung: Werner Alderath, Marius Panitz

 

Szenenbilder